Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitik

Prof. Dr. sc. pol. Tobias Debiel
Dr. habil. Daniel Lambach (Vertretungsprofessur)

DFG-​Projekt »Nonviolent Resistance and Democratic Consolidation«

Projekt­übersicht

Ziele des Projekts

Die forschungs­leitende Hypothese des Projekts lautet, dass eine Demokratie, die durch gewaltlosen Widerstand entstanden ist, bessere Konso­li­die­rungs­chancen hat als Demokratien, die auf anderem Wege zustande kamen. Wir gehen davon aus, dass eine gewaltlose Massen­mo­bi­li­sierung mehrere pfadab­hängige kausale Prozesse in Gang setzt, die eine Demokratie mittel- und langfristig stabilisieren.

Forschungs­design

Das Projekt kombiniert quanti­tative und quali­tative Methoden, um sowohl die allge­meinen Zusam­menhänge zwischen gewaltlosem Widerstand und demokra­tischer Konso­li­dierung zu analy­sieren als auch die Mecha­nismen zu verstehen, die kausale Effekte hervor­bringen. Für die quanti­tative Analyse werden verschiedene und Schätz­ver­fahren angewendet, um den Einfluss von gewaltlosem Widerstand auf die Verweildauer und Qualität demokra­tischer Regime zu überprüfen. Zur Analyse der kausalen Mecha­nismen nutzen wir sechs verglei­chende quali­tative Fallstudien, welche nach MDSO-​Logik (Most Different, Similar Outcome) ausgewählt wurden. Dazu wurden Demokratien identi­fiziert, die einen gewissen Konso­li­die­rungsgrad erreicht haben und von denen jeweils eine durch gewaltlosen Widerstand (NVR), durch gewaltsamen Widerstand (violent resistance, VR) und ohne Wider­stands­be­wegung (no resistance, NoR) zustande gekommen ist. Drei afrika­nische (Benin (NVR), Namibia (VR) und Kap Verde (NoR) Fälle werden anschließend mit drei latein­ame­ri­ka­nischen Fällen (Chile (NVR), El Salvador (VR) und Paraguay (NoR) verglichen.

Team

Das Projekt steht unter der Leitung von Dr. Daniel Lambach und besteht aus den wissen­schaft­lichen Mitar­beitern Dr. Felix Bethke und Markus Bayer (M.A.), sowie der studen­tischen Hilfskraft Lena Pohl. Das Projekt wird in Koope­ration mit der Berghof Stiftung durch­geführt. Dr. Véronique Dudouet und Katrin Planta (M.A.) erweitern und bereichern daher das Team seitens der Berghof Stiftung.

Förderung

Das Projekt wird durch die Deutsche Forschungs­ge­mein­schaft (DFG) gefördert.

Projektdauer

Das Forschungs­projekt ist für den Zeitraum von drei Jahren angelegt. Es hat am 1.4.2015 begonnen und wird bis zum 1.7.2018 laufen.

Publikationen

Von Agenten, Akteuren und Strukturen in den Internationalen Beziehungen

Caroline Kärger, Janet Kursawe, Daniel Lambach (2017): Von Agenten, Akteuren und Strukturen in den Internationalen Beziehungen, in: ZIB Zeitschrift für Internationale Beziehungen, Jahrgang 24 (2017), Heft 2, S. 91 - 120.

New Kind of War - New Kind of Detention?

Hühnert, Dorte (2016): New Kind of War – New Kind of Detention? How the Bush Administration Introduced the Unlawful Enemy Combatant. Münster: LIT Verlag.

Warum Staaten zusammenbrechen

Lambach, Daniel; Johais, Eva; Bayer, Markus (2016): Warum Staaten zusammen-brechen: Eine vergleichende Untersuchung der Ursachen von Staatskollaps. Wiesbaden: Springer VS.